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1. Teamarbeit fördert das gute Klima in einem Verein

Grundvoraussetzung für erfolgreiche Vereinsarbeit ist ein möglichst gutes Vereinsklima. Dabei müssen nicht immer alle einer Meinung sein. Vielmehr geht es darum, unterschiedliche Ansichten zum gemeinsamen Ganzen zusammenzuführen.

l Teamarbeit anstelle von Befehlen von „oben“ nach „unten“.

l Information der Vereinsmitglieder ist Voraussetzung für funktionierende Teamarbeit.

l Ideen sammeln, ohne sie gleich zu zerpflücken. Was auf den ersten Blick vielleicht undurchführbar scheint, kann sich zum Renner entwickeln.

l Sichtbar mitschreiben bei Diskussionen (Flipchart) ist eine wertvolle Ergänzung zum üblichen Sitzungsprotokoll.

l Projekte gut vorbereiten und Verantwortliche für die einzelnen Punkte bestimmen.

l Probleme offen ansprechen bringt mehr, als darauf zu hoffen, dass sich die Krise von selbst einrenkt.

l Gute Moderation bei strittigen Themen kann verhindern, dass aus der Diskussion ein Streit wird. Bei Bedarf vereinsfremde Moderatoren beiziehen.

1.1 Informationsbedarf

Wer mitreden und mitarbeiten soll, benötigt Informationen. Fallen im Verein alle wichtigen Entscheidungen im stillen Kämmerlein, kann sich beim einfachen Mitglied rasch Desinteresse einstellen. „Die da“ wissen Bescheid, sie sollen also auch tun, was ansteht.

Information kann auf verschiedenen Wegen weitergegeben werden. Die eigene Vereinszeitung eignet sich dazu ebenso wie Briefe oder entsprechende Veranstaltungen. Wesentlich ist, nicht erst dann zu informieren, wenn bereits alle Entscheidungen gefallen sind.

Werden wichtige Vereinsvorhaben rechtzeitig diskutiert, können Mitglieder zahlreiche neue Ideen einbringen. Zudem steigt die Bereitschaft, das Vorhaben zu unterstützen.

1.2 Alle gelten lassen

Damit diese Vorgangsweise greifen kann, soll zum Start grundsätzlich jede Meinung gleich viel gelten. Gemeinsam erfolgt dann die Bewertung der Vorschläge, bis schließlich ein Beschluss gefasst wird.

Wer eine andere Meinung äußert, ist nicht unbedingt ein Gegner. Er/Sie sieht das Thema eben von einem anderen Standpunkt aus, beurteilt die Zusammenhänge anders, hat nicht sämtliche Informationen. Die gegenteilige Meinung trägt vielfach dazu bei, eine Angelegenheit einmal in völlig neuem Licht zu sehen.

1.3 Geordnete Diskussion

Es gibt eine Reihe von Methoden und Techniken, die Beteiligung möglichst vieler Mitglieder richtig zu organisieren. Im Rahmen des Angebotes „Weiterbildung für Ehrenamtliche“ werden dazu Seminare angeboten.

1.4 Sichtbar mitschreiben

Gerade bei der Vorbereitung konkreter Projekte aber auch bei Grundsatzdiskussionen und anderen Themen bewährt es sich, wenn nicht nur ein Protokoll verfasst, sondern sichtbar mitgeschrieben wird. Das kann auf großen Papierbogen geschehen (Flipchart), ebenso auf Overheadfolie oder via Beamer an die Wand projezieren

Sämtliche Teilnehmer sehen sofort, ob ihre Wortmeldung mitgeschrieben wird und ob sie richtig verstanden worden sind. Bei einer Beurteilung verschiedener Vorschläge mittels Punktevergabe (sämtliche TeilnehmerInnen erhalten einige Klebepunkte und markieren damit Vorschläge, die ihnen besonders gefallen) bzw. Vergabe von Schulnoten können auch die „Stillen“ ihre Meinung äußern, ohne sich zu Wort melden zu müssen.

1.5 Wer ist „man“?

Eines der Wörter, die bei sinnvoller Vereinsarbeit gestrichen werden sollten, ist „man“. „Man“ ist nicht Mitglied im Verein und hat noch nie etwas erledigt. Aufgaben gehören eindeutig zugeordnet. Es muss klar sein, wer welchen Teilbereich bis wann zu erledigen hat. „Schick uns bitte das Protokoll zu“ kann zur Folge haben, dass alle monatelang auf diese Unterlage warten müssen. Die Antwort auf die Frage: „Bis wann schaffst du's?“ beinhaltet auch gleich den Termin.

1.6 Krisen im Verein

Auch bei bester Vorbereitung und klaren Vereinszielen kann es zu Meinungsverschiedenheiten kommen. Generationenkonflikte, persönliche Auseinandersetzungen, Missverständnisse – oft reicht ein kleiner Anlass, eine Krise auszulösen.

Solche Probleme werden leider selten offen ausgesprochen. Vordergründig scheint alles eitel Wonne zu sein, inzwischen bilden sich aber Gruppen und Fraktionen, die gegeneinander arbeiten. Die Vereinsleitung tut gut daran, auch kleine Anzeichen solcher Missstimmungen zu registrieren und wenn möglich sofort aufzuarbeiten. Dabei geht es nicht darum, Gewinner und Verlierer zu ermitteln. Wichtig ist, jeweils beide Seiten ernst zu nehmen. Wer ein Problem hat, ärgert sich, wenn jemand versucht, das zu verniedlichen oder gar lächerlich zu machen.

Geht der Streit immer wieder von den gleichen Personen aus, muss es sich nicht unbedingt um Querulanten handeln. Betraut mit einer verantwortungsvollen Aufgabe oder zumindest gut in die Entscheidungsfindung einbezogen, entwickeln Störenfriede oft erstaunliche Einsatzfreude. Sie wollten mit ihrem „unmöglichen Verhalten“ lediglich auf sich aufmerksam machen.

1.7 Meckersitzung

Eine Möglichkeit, Krisen frühzeitig zu erkennen und aufzuarbeiten, ist die „Meckersitzung“. Ziel einer solchen Sitzung: Jede/r versucht loszuwerden, was sie/ihn am Vereinsbetrieb stört. Nicht jedes Vereinsmitglied wagt es, Kritik laut zu äußern. Schriftliche Meldungen, die eingesammelt und danach zu Themenbereichen zusammengestellt werden, können helfen.

Achtung: Keine Kritik gegen bestimmte Personen sammeln, sondern Ereignisse, Situationen schildern lassen.

Die „Meckersitzung“ bewährt sich auch nach Veranstaltungen, um gemeinsam abzuklären, was beim nächsten Mal vielleicht besser laufen könnte. Verantwortliche erhalten so auch Gelegenheit, die Ursachen für eine Panne zu erläutern und nicht immer wieder nur Gerüchte über Kritik hören zu müssen.

1.8 Moderatoren einladen

Bei offenen Aussprachen ist allerdings eine konsequente Gesprächsleitung erforderlich. Das Gespräch soll nicht in gegenseitige Beschimpfungen ausarten. In Einzelfällen ist empfehlenswert, einen geschulten Moderator/Mediator einzuladen. Er oder sie besitzt das Rüstzeug, Konflikte in sachlichere Bahnen zu leiten.

Tipp: Bei der Diskussion über strittige Themen wiederholt jede/r Beteiligte zum Beginn seiner Wortmeldung kurz, was das Gegenüber zuvor gesagt hat. Das zwingt zum Zuhören und gibt dem anderen Gelegenheit, richtigzustellen, was vielleicht falsch aufgefasst worden ist.

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